Mitochondrien können schon zu einem frühen Zeitpunkt selbst erkennen, ob sie gestresst sind, und entsprechende Maßnahmen einleiten, um weitere Schäden zu vermeiden. Das hat ein Forschungsteam der Universitäten Freiburg und Heidelberg entdeckt. Mitochondrien versorgen Zellen mit Energie, weshalb sie auch „Kraftwerke der Zelle“ genannt werden. Gleichzeitig entstehen in ihnen reaktive Sauerstoffverbindungen, kurz ROS, die bei Alterungsprozessen und zahlreichen Erkrankungen eine wichtige Rolle spielen. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass Mitochondrien sich selbst überwachen können, noch bevor sich die Schäden auf die übrige Zelle ausweiten“, sagt Prof. Dr. Chris Meisinger, Professor für Biochemie an der Universität Freiburg und Mitglied des Exzellenzclusters CIBSS – Centre for Integrative Biological Signalling
Bisher ging die Forschung davon aus, dass Mitochondrien erst dann Alarm schlagen, wenn ihre Schäden bereits so stark sind, dass Stresssignale aus den Mitochondrien in das Cytosol austreten. Das Forschungsteam um Meisinger und Prof. Dr. Nora Vögtle, Professorin für Molekularbiologie an der Universität Heidelberg und Mitglied des Exzellenzclusters CIBSS – Centre for Integrative Biological Signalling, konnte nun aber zeigen, dass Mitochondrien schon deutlich früher reagieren: Bereits geringer oxidativer Stress aktiviert ein bisher unbekanntes Frühwarnsystem in ihrem Inneren. Die Ergebnisse sind in der renommierten Fachzeitschrift Molecular Cell erschienen.